Ich muss die Verbindungen auch erklären
Wenn jemand zum ersten Mal auf meinem Instagram-Profil landet, sieht er vielleicht einen Beitrag über AuDHS. Daneben geht es um Macht in Beziehungen, dann um den Schlangenträger, irgendwann um Software. Ich kann nachvollziehen, dass man sich da erst mal fragt, woran ich eigentlich arbeite.
Für mich hängen diese Dinge meistens schon zusammen. Ich beschäftige mich mit einer Frage, erkenne darin etwas wieder, das mir an einer ganz anderen Stelle begegnet ist, und gehe diesem Zusammenhang nach. Wenn ich darüber schreibe, bin ich gedanklich manchmal bereits mehrere Schritte weiter. Wer den Weg davor nicht mitbekommen hat, sieht nur den Sprung.
Genau das möchte ich auf der Website besser erklären. Dort sollen die Themen mehr Raum bekommen, als ein einzelner Beitrag auf Instagram ihnen geben kann. Wer sich für eine Frage interessiert, soll weiterlesen können und dabei auch verstehen, wie ich auf sie gekommen bin.
Eine Frage taucht dabei immer wieder auf: Was passiert, wenn eine Erklärung irgendwann mehr Macht bekommt als die Person, die sie beschreiben soll? Das kann eine Diagnose sein, eine Rolle in einer Beziehung, eine gesellschaftliche Erwartung oder eine spirituelle Deutung. Diese Dinge haben sehr unterschiedliche Grundlagen und Folgen. Trotzdem kann ich bei jedem von ihnen fragen: Hilft mir die Erklärung gerade? Was übersieht sie? Und darf ich ihr widersprechen?
Solche Fragen beeinflussen auch, wie ich an INNENSCHAU arbeite. Wenn ein System persönliche Informationen zusammenführt, muss nachvollziehbar bleiben, woher sie kommen. Eine Erinnerung ist etwas anderes als ein Dokument. Und beides ist noch keine fertige Deutung. Mich interessiert, wie man daraus eine brauchbare Übersicht machen kann, ohne diese Unterschiede unterwegs zu verlieren.
Bei den symbolischen Themen brauche ich dieselbe Sorgfalt. Ich kann den Exodus als Bild für Veränderung lesen und dabei etwas in meiner eigenen Geschichte wiedererkennen. Damit habe ich noch nicht erklärt, was der Text historisch bedeutet oder welche Erfahrungen andere Menschen damit verbinden. Gerade diese unterschiedlichen Lesarten möchte ich ausführlicher betrachten. Auf Instagram bleibt dafür häufig nur ein Ausschnitt.
Dazu möchte ich auf der Website mehr schreiben: über Symbole, darüber, was ich aus ihnen ableite, und über die Fragen hinter dem KATHARSIS-Deutungssystem. Auch Veganismus und Tierethik brauchen dort mehr Platz. Das gehört zu meinen Werten und zu den Fragen, mit denen ich mich beschäftige. Diese Verbindungen möchte ich auf der Website deutlicher machen.
Gleichzeitig möchte ich konkreter zeigen, woran wir arbeiten. Bei einer Projektbeschreibung reicht es irgendwann nicht mehr, zu erklären, welche Idee dahintersteht. Man möchte sehen, was damit gemeint ist, was bereits funktioniert und was noch gebaut oder geprüft werden muss. Für INNENSCHAU sind deshalb verständliche Beispiele wichtig. Bei den anderen Projekten genauso.
Dabei muss ich aufpassen, mir aus jeder Verbindung sofort die nächste Aufgabe zu machen. Es gibt bereits viele Texte. Manche brauchen einen zusätzlichen Absatz, andere einen besseren Verweis. Wieder andere Themen verdienen tatsächlich eine eigene Seite. Ich möchte erst mal genauer hinschauen, was schon da ist und wo etwas fehlt.
Auch an der Website arbeite ich nicht allein. Ich bringe viele Fragen und Ideen mit, aber daraus ergeben sich technische Entscheidungen, wirtschaftliche Fragen und Aufgaben, die unterschiedliche Perspektiven brauchen. Auf der Website soll sichtbarer werden, wer daran beteiligt ist und wie aus den Gedanken konkrete Arbeit wird.
Die persönlichen Texte sollen dabei persönlich bleiben dürfen. Ich möchte weiterhin aufschreiben können, was mich gerade beschäftigt, auch wenn ich damit noch nicht fertig bin. Daneben braucht es die Stellen, an denen ich Begriffe genauer erkläre, Quellen prüfe oder den Stand eines Projekts festhalte. Ich möchte, dass jemand hier von einem Gedanken zum nächsten gehen kann, ohne sich den Zusammenhang selbst zusammenreimen zu müssen.
