Über mich

Laurin Düll

Ich schreibe und baue dort, wo persönliche Erfahrung, Recherche und Systemfragen aufeinandertreffen. Als Grundlagen bleiben sie voneinander unterscheidbar.

Laurin Düll vor einer hellen Steinmauer
Heute

Warum ich so arbeite

Ich bin neurodivergent. ADHS begleitet mich seit meiner Kindheit; die Autismus-Diagnose kam als junger Erwachsener dazu. Lange waren das vor allem Begriffe. Erst später wurde daraus ein genaueres Verständnis dafür, wie Regulation, Gruppen, Nähe und Überforderung in meinem Leben zusammenhängen.

Zu meiner Geschichte gehören auch Sucht, Therapie und traumatische Erfahrungen. Auf dieser Seite erzähle ich davon nur so weit, wie es erklärt, warum ich bestimmte Fragen stelle. Eine vollständige Trauma-Chronologie ist weder Voraussetzung für Glaubwürdigkeit noch etwas, das jede öffentliche Vorstellung tragen muss.

Im Rahmen meines eigenen Weges habe ich einen 120-stündigen IHK-Zertifikatslehrgang zum soziotherapeutischen Assistenten abgeschlossen. Das gibt mir einen zusätzlichen fachlichen Rahmen, macht mich aber weder zum Therapeuten noch ersetzt es medizinische oder psychotherapeutische Expertise.

Arbeitsweise

Erfahrung ist Ausgangsmaterial. Kein Beweis.

Persönliches Erleben kann etwas sichtbar machen, für das noch die richtigen Begriffe fehlen. Recherche kann prüfen, welche Erklärungen tragen, welche nur ähnlich klingen und wo Unsicherheit bleibt.

Mich interessieren besonders Übergänge: zwischen AuDHS und Trauma, Schutz und Kontrolle, Beziehung und Macht, Text und Deutung, Symbol und Behauptung. Vorschnelle Gleichsetzungen sind dort oft selbst Teil des Problems.

Aus dieser Arbeit entstehen Rechercheartikel, persönliche Spuren, Bücher und weitere Projekte. Sie sollen Menschen nicht sagen, wer sie sind. Sie sollen bessere Fragen ermöglichen.

Musik

Grauzeit

Bevor ich für diese Seite recherchiert und geschrieben habe, habe ich vieles in Musik gepackt: Isolation, Selbstbestimmung, Wut und die Frage, was Menschen und Systeme aus einem machen. Grauzeit ist meine Band; ich spiele dort Schlagzeug.

Das Album Symbiose erschien 2017 und hat acht Stücke. Es beginnt mit „Parasit“ und endet mit „Symbiose“. Die beiden Titel passen rückblickend ziemlich gut zu einer Frage, die mich bis heute beschäftigt: Wann trägt eine Verbindung beide Seiten, und wann lebt eine auf Kosten der anderen?

Grauzeit bei Bandcamp

Werte

Was ich nicht bauen will

Kein Guru-System, keine Abhängigkeit und kein Geschäftsmodell, das Verletzlichkeit ausnutzt.

Keine Küchenpsychologie

Komplexe Menschen werden nicht aus einem einzelnen Verhalten erklärt.

Keine spirituelle Abkürzung

Resonanz darf persönlich bedeutsam sein, ohne zur objektiven Wahrheit zu werden.

Keine unprüfbare Autorität

Quellen, Grenzen und Korrekturen müssen sichtbar bleiben.